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🌪️ Leben mit AUDHS – Wenn Autismus und ADHS gemeinsam in einem Kopf tanzen

  • Autorenbild: Vanessa "Janna" Spies
    Vanessa "Janna" Spies
  • 6. Nov. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 19. Jan.

AuDHS
AuDHS

Manchmal fühlt es sich an, als würde in mir zwei Welten gleichzeitig existieren.

Die eine braucht Struktur, Sicherheit, Wiederholung.

Die andere sehnt sich nach Freiheit, Abwechslung, Abenteuer. Und beide haben recht.


Das nennt man AUDHS – die Kombination aus Autismus und ADHS. Zwei neurologische Profile, die auf den ersten Blick gegensätzlicher kaum sein könnten.


Und doch teilen sie sich denselben Raum.

Denselben Körper.

Denselben Tag.



Was AUDHS bedeutet


AUDHS steht für die Kombination von Autismus und ADHS. Menschen mit dieser Doppel-Diagnose erleben die Welt gleichzeitig reizempfindlich und reizhungrig. Ein Teil des Gehirns sucht Stabilität, Routinen und klare Abläufe. Der andere Teil braucht Spontaneität, Neues, Bewegung, Reiz.


Das Ergebnis ist ein permanentes inneres Spannungsfeld – zwischen Rückzug und Drang nach Kontakt, zwischen Plan und Chaos, zwischen Sicherheit und Abenteuer.


Viele Betroffene beschreiben es so:

„Ich bin ständig zu viel und zu wenig zugleich.“



Der tägliche Widerspruch


ADHS will loslaufen.

Autismus will vorher wissen, wohin.


ADHS will Neues.

Autismus will Gleichbleibendes.


ADHS fängt an, bevor etwas fertig ist.

Autismus kann nicht anfangen, bevor alles vorbereitet ist.


Und du stehst dazwischen – wie ein Seil, das gleichzeitig gezogen und gehalten wird.


Kein Wunder, dass viele von uns das Gefühl haben, ständig gegen sich selbst zu kämpfen.


Wir wollen funktionieren, aber nicht verlieren.

Wir wollen uns spüren, aber nicht überfordern.

Wir wollen dazugehören, aber nicht verbiegen.



Wenn du plötzlich begreifst, dass du nicht falsch bist


Als ich herausfand, dass ich beides habe – Autismus und ADHS – war das erst einmal Chaos im Kopf.

Weil es so vieles erklärte. Aber auch, weil ich plötzlich verstand, warum so viele meiner Strategien nie funktioniert hatten.


Ich hatte immer versucht, eine Seite zu heilen, abe ich hatte nie erkannt, dass beide Seiten ihre Berechtigung haben.


Meine Unruhe ist kein Feind meiner Ruhe. Meine Struktur ist kein Käfig für meine Freiheit.

Beides gehört zu mir.



Wenn man lernt, beide Welten zu verbinden


Einer meiner größten Aha-Momente war:

Ich kann beide Anteile nicht gegeneinander ausbalancieren – ich muss sie miteinander tanzen lassen.


Zum Beispiel beim Aufräumen.

Der autistische Teil in mir will Ordnung.

Aber das ADHS-Gehirn hasst Routine.


Also habe ich daraus ein Spiel gemacht.

Ich habe mir kleine Anreize geschaffen – Farben, Musik, Bewegung. Ich habe mir sogar ein Spülmaschinen-Rad gekauft, das ich drehe,

obwohl ich die Spülmaschine allein ein- und ausräume.


Für andere mag das albern klingen.

Für mich ist es Selbstregulation.


Ich trickse mein ADHS aus, um meinen Autismus zu beruhigen.


Und ich beruhige meinen Autismus, um mein ADHS auszuleben.


So entsteht Balance – auf neurodivergente Art.



Beziehungen auf neurodivergente Weise


AUDHS betrifft nicht nur den Alltag, sondern auch Beziehungen. Denn auch hier stoßen Gegensätze aufeinander.


Der autistische Teil in mir liebt Beständigkeit. Er braucht das Wissen: „Da ist jemand, der bleibt.“

Der ADHS-Teil dagegen braucht Abwechslung, Spannung, Raum.


In einer klassischen Beziehung würde das als Widerspruch gelten. Aber wir haben gelernt, es anders zu leben.


Wir leben Rollen.

Wenn wir zusammen sind, sind wir Partner – verbunden, sicher, vertraut.

Wenn wir allein sind, sind wir wieder Einzelwesen – frei, kreativ, unabhängig.


So entsteht ein Rhythmus, der beides erlaubt: die Ruhe, die mein Autismus braucht, und die Bewegung, die mein ADHS liebt.



Die Kunst, sich selbst nicht mehr im Weg zu stehen


Viele neurodivergente Menschen haben das Gefühl,

sie würden sich ständig selbst sabotieren.


Aber was, wenn es gar keine Sabotage ist?

Was, wenn es nur zwei Systeme sind, die gelernt haben, in einer nicht passenden Welt zu überleben?


Was, wenn du dich nicht ändern musst, sondern nur verstehen, wie du funktionierst?


Wenn du lernst, deine Energie zu steuern, statt sie zu unterdrücken, wird dein Gehirn nicht mehr dein Gegner, sondern dein Kompass.



Wenn beide Anteile eins werden


Es gibt Momente, da spüre ich, dass beide in mir gemeinsam atmen. Wenn ich aufgeräumt habe, aber nicht aus Zwang, sondern weil es sich leicht anfühlt.

Wenn ich in Bewegung bin, aber nicht aus Flucht, sondern aus Freude.


Dann entsteht Frieden.


Dann ist AUDHS nicht mehr ein Widerspruch, sondern eine wunderschöne, komplexe Harmonie – ein Tanz aus Fokus und Freiheit, aus Struktur und Spontaneität.


💫 Du bist kein Chaos. Du bist ein System mit Seele.

Und wenn du lernst, deine beiden Welten zu verbinden, kann daraus etwas entstehen, das größer ist als beides: echte Balance.



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