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Warum AuDHS-Menschen keine bessere Organisation brauchen – sondern andere Systeme

  • Autorenbild: Vanessa "Janna" Spies
    Vanessa "Janna" Spies
  • 19. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit
Bild mit Kugeln, die versuchen auf Brettern das Gleichgewicht zu halten als Symbol für AuDHS
Du hast kein Organisationsproblem: Schau genau hin.


Wenn du AuDHS hast (ADHS + Autismus) oder dich stark darin wiederfindest, kennst du das wahrscheinlich:

Du weißt theoretisch, wie Organisation funktioniert.Du hast Bücher gelesen. Videos gesehen. Tipps ausprobiert.


Und trotzdem fühlt sich dein Alltag oft so an, als würdest du ständig gegen etwas ankämpfen.

Nicht, weil du unfähig bist.Sondern, weil die meisten Systeme nicht für dein Gehirn gebaut sind.


Das eigentliche Problem ist nicht Chaos


Viele AuDHS-Menschen glauben lange, sie hätten ein Ordnungsproblem.

In Wahrheit ist es meist etwas anderes:

  • zu viele gleichzeitige Entscheidungen

  • zu viele unsichtbare Informationen

  • zu viele Übergänge

  • zu viele Reize


Das Gehirn ist nicht „unorganisiert“.Es ist überlastet.

Und Überlastung führt nicht zu Ordnung –sondern zu Blockade, Aufschieben oder kompletter Erschöpfung.


Warum klassische Organisationstipps bei AuDHS nicht greifen


Typische Ratschläge lauten:

  • „Mach dir Routinen“

  • „Räum Dinge direkt weg“

  • „Bleib konsequent“

  • „Fang einfach an“


Das Problem:Diese Tipps funktionieren nur, wenn dein Gehirn:

  • Reize gut filtern kann

  • Entscheidungen leicht trifft

  • Übergänge mühelos verarbeitet


Ein AuDHS-Gehirn arbeitet aber anders.


Es braucht:

  • Sichtbarkeit statt Merken

  • weniger Entscheidungen statt mehr Disziplin

  • klare Zustände statt Interpretation

  • Puffer statt Perfektion


Systeme statt Willenskraft


Viele versuchen, ihren Alltag mit mehr Willenskraft zu kontrollieren.

Das hält selten lange. Entlastend wird es erst, wenn du anfängst, anders zu denken:


Nicht: Wie kriege ich mich besser in den Griff? Sondern: Wie baue ich meine Umgebung so, dass sie mich unterstützt?

Ein gutes System bedeutet:

  • Informationen liegen außerhalb deines Kopfes

  • Entscheidungen sind vorab getroffen

  • Chaos hat klare Grenzen

  • Dinge funktionieren auch an schlechten Tagen


Nicht, weil du dich anstrengst, sondern weil das System mitarbeitet.


Ein Beispiel aus dem Alltag


Stell dir vor:

Du vergisst Termine nicht, weil du dich erinnerst, sondern weil sie sichtbar sind.

Du räumst Wäsche nicht aus, weil du diszipliniert bist, sondern weil das System keine Blockade erzeugt.

Du suchst Dinge nicht mehr, weil sie immer am gleichen Ort landen dürfen.

Das fühlt sich nicht nach „Organisation“ an, sondern nach Ruhe.


Warum Entlastung wichtiger ist als Ordnung


Ordnung wird oft mit Kontrolle verwechselt.

Für AuDHS ist etwas anderes entscheidend:


👉 Nervensystem-Entlastung


Wenn dein Nervensystem ruhiger ist:

  • triffst du leichter Entscheidungen

  • kannst du Dinge eher beginnen

  • bleibt mehr Energie für das Wesentliche


Deshalb ist die wichtigste Frage nicht:


Ist das ordentlich?

Sondern:

Entlastet mich das – oder stresst es mich?

Du darfst Systeme ändern


Ein häufiger Denkfehler ist:

„Wenn ich einmal ein System habe, muss es funktionieren.“

Das stimmt nicht.

Ein System ist kein Versprechen. Es ist ein Werkzeug. Wenn etwas plötzlich wieder stresst, darf es angepasst oder ersetzt werden. Nicht, weil du versagt hast, sondern, weil sich dein Alltag verändert.


Fazit


AuDHS-Menschen brauchen:

  • keine besseren Vorsätze

  • keine strengeren Regeln

  • keine neue Disziplin


Sondern:

konkrete, entlastende Systeme, die zum eigenen Gehirn passen

Der Moment, in dem du aufhörst, dich selbst zu optimiere nund anfängst, deine Umgebung zu gestalten, verändert alles.


Wenn du beim Lesen gedacht hast:

„Ja, das ergibt Sinn – aber wie sieht das konkret aus?“

Dann ist genau das der nächste Schritt. Nicht mehr Theorie.

Sondern echte, nachbaubare Setups, die zeigen, wie ein AuDHS-gerechter Alltag wirklich aussehen kann.


👉 Den passenden nächsten Schritt findest du hier:


AuDHS Alltagsrahmen Cover, ZenSteine als Zeichen der Ruhe und Balance




Keine Theorie, keine Floskeln – sondern konkrete, nachbaubare Alltagssysteme, die auch an schlechten Tagen funktionieren.

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