Wenn ein Meltdown kommt
- Vanessa "Janna" Spies

- 19. März
- 4 Min. Lesezeit
Und was ich als Mama heute anders mache
(Hinweis: In diesem Beitrag teile ich persönliche Erfahrungen aus unserem Alltag. Die genannten Dinge nutze ich selbst täglich. Die Links sind Affiliate-Links – das bedeutet, ich erhalte eine kleine Provision, wenn du darüber bestellst. Für dich ändert sich nichts. Ich habe alles selbst gekauft - keine Werbepartnerschaft)

Es gibt Momente, auf die dich niemand vorbereitet. Nicht die Bücher.Nicht die Tipps.Nicht einmal dein eigenes Gefühl. Momente, in denen dein Kind komplett überflutet ist.Und du daneben stehst und spürst:
Das hat gerade nichts mehr mit Verhalten zu tun.
Das ist ein Nervensystem, das einfach nicht mehr kann.
Ich schreibe das hier als Mama. Nicht als Expertin. Sondern als jemand, der mittendrin ist.
Was ein Meltdown wirklich ist
Ein Meltdown ist kein Wutanfall.
Es ist kein Trotz.Und es ist nichts, was ein Kind bewusst steuert.
Ein Meltdown ist Überforderung in ihrer intensivsten Form.
Zu viele Reize.Zu viele Eindrücke.Zu viel Spannung im Körper. Und irgendwann gibt es keinen Puffer mehr. Dann übernimmt der Körper.
Wie sich das bei uns zeigt
Bei uns ist das oft sehr körperlich. Türen knallen.Dinge fliegen. Es wird laut.Sehr laut. Und gleichzeitig ist da ein Kind,das gerade einfach keinen anderen Weg mehr hat. Das zu verstehen, hat bei mir alles verändert.
Was ich heute anders mache
Früher wollte ich eingreifen.
Erklären. Beruhigen. Stoppen.
Heute mache ich etwas anderes:
Ich begleite.
Ich sorge für Sicherheit. Ich nehme Druck raus. Und ich lasse den Moment sein, wie er ist.
Sicherheit zuerst
Einer der größten Unterschiede bei uns war, unsere Umgebung anzupassen. Bei uns waren es vor allem die Türen. Diese Wucht, wenn sie zufallen. Diese Lautstärke. Dieses Gefühl, dass gleich alles eskaliert. Also habe ich angefangen, kleine Dinge zu verändern.
Wir nutzen zum Beispiel weiche Türstopper, die man einfach um den Rahmen legt. Unsere sehen aus wie kleine Tiere. Und seitdem knallen die Türen nicht mehr so heftig zu. Spiegel bleiben hängen. Und es ist ruhiger. Nicht perfekt. Aber spürbar leichter. Und die Kinder lieben sie, weil sie so süß aussehen und suchen sich immer aus, wer heute an den Türrahmen darf.
Wenn die Energie raus muss
Es gibt Momente,da muss diese Energie einfach raus. Nicht leise. Nicht kontrolliert. Sondern körperlich.
Wir haben dafür mehrere Dinge,die sich bei uns wirklich bewährt haben.
Ein spezielles Kissen, in das man schreien, beißen oder schlagen kann und eine Anti-Stress-Puppe.
Weiche Schaumstoff-Stöcke, mit denen man auf ein Kissen oder die Matratze hauen kann.
Und ein Trampolin direkt in der Wohnung. Mit Haltestange und sogar einem kleinen Boxsack. Das klingt vielleicht erstmal viel. Aber für uns ist es genau das,was diese Momente sicher macht. Meine Kinder springen,t reten gegen den Boxsack, lassen alles raus. Und die Energie geht nicht mehr in Möbel oder Türen, sondern in Bewegung.
Wenn alles zu viel ist
Manchmal ist es keine Wut,sondern einfach Überladung. Zu viele Eindrücke. Zu viel im Kopf. Zu viel im Körper.
Dafür haben wir einen Drehstuhl. Ein Sensoric Chair, auf den sie sich setzen und einfach drehen.
Und ich sehe jedes Mal,wie sich etwas löst. Wie der Körper wieder runterkommt.
Was vorher helfen kann
Nicht jeder Meltdown lässt sich vermeiden. Aber manche kündigen sich an. Und genau da nutzen wir etwas, das ich ursprünglich für mich gekauft habe:
Die Kinder lieben sie. Dieses tiefe Körpergefühl hilft oft, die Spannung schon vorher ein Stück abzubauen. Schau dir gerne auch meinen Artikel über Vibrationsplatten bei Neurodivergenz an.
Wenn danach alles leer ist
Nach einem Meltdown kommt oft etwas,das viele gar nicht sehen: Der Rückzug.
Das Bedürfnis, sich zu verstecken. Im Dunkeln zu sein. Ganz eng bei sich. Meine Kinder verstecken sich dann unter Tischen oder werfen Decken über sich.
Heute gebe ich diesem Bedürfnis einen eigenen Raum.
Wir haben dafür ein sensorisches Zelt. Ein kleiner, geschützter Ort. Gedimmt. Still. Meine Kinder gehen dort von selbst hinein. Und ich sehe, wie sie langsam wieder bei sich ankommen.
Wenn der Tag zu viel war
Es gibt Tage,die einfach schwer sind. Mehrere Meltdowns. Zu viele Reize. Zu viel Spannung. Und dann ist da dieser Abend. Was uns in diesen Momenten unglaublich hilft, ist unsere Gewichtsdecke.
Für jedes Kind angepasst. Dieses Gefühl von Gewicht, von Umhülltsein, bringt oft genau das zurück, was vorher gefehlt hat: Halt.
Für dich als Mama (oder Papa)
Ich weiß, wie sich das anfühlt. Diese Momente, in denen alles gleichzeitig passiert. Und du funktionierst, obwohl du selbst schon längst über deiner Grenze bist.
Deswegen habe ich etwas erstellt, das ich mir früher selbst gewünscht hätte: 👉 Einen kostenlosen 3-Minuten-Reset für dein Nervensystem
Eine kurze Audio, die dir hilft, wieder bei dir anzukommen. Mitten im Chaos. Ohne Aufwand. Ohne Vorbereitung.
Und wenn der Alltag einfach zu viel ist
Was ich auch gemerkt habe:
Nicht nur die einzelnen Momente sind herausfordernd. Sondern das große Ganze. Der Alltag. Die ständige Anspannung. Dieses Gefühl, alles gleichzeitig halten zu müssen.
Deswegen habe ich meinen Guide erstellt:
Das AuDHS-Setup - Chaos mit System
Kein perfekter Plan, sondern eine Struktur, die wirklich funktioniert in unserem neurodivergenten Haushalt.
Sanft. Flexibel. Alltagstauglich.
Du bist nicht allein
Wenn du das hier liest,kennst du diese Momente wahrscheinlich. Diese Intensität. Diese Hilflosigkeit. Diese Frage, ob du genug bist. Ich möchte dir etwas mitgeben:
Du musst das nicht perfekt machen. Du darfst lernen. Du darfst ausprobieren. Du darfst euren eigenen Weg finden. Und du bist nicht allein damit. Wirklich nicht.
Wenn du wissen willst, was ich als alleinerziehende Mama mittlerweile anders mache, dann ist dieser Beitrag vielleicht auch wertvoll für dich: Alleinerziehende Mama mit Autismus und ADHS









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