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Was dich rhetorisch wirklich stark macht

  • Autorenbild: Vanessa "Janna" Spies
    Vanessa "Janna" Spies
  • 4. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

Präsenz, innere Haltung und Neurodivergenz



Ruhige Person steht zentriert und präsent in ihrer Haltung als Symbol für rhetorische Stärke und innere Klarheit bei Neurodivergenz.
Rhetorische Stärke beginnt dort, wo innere Präsenz spürbar wird.


Rhetorisch stark sein fühlt sich oft ganz anders an als gedacht



Viele stellen sich rhetorische Stärke so vor:

Schnell reagieren. Schlagfertig sein. Immer die passenden Worte parat haben.


Wenn du neurodivergent bist, hast du wahrscheinlich längst gemerkt, dass genau das selten funktioniert. Nicht, weil du nichts zu sagen hättest, sondern weil dein System in solchen Momenten ganz woanders beschäftigt ist.


Rhetorische Stärke hat weniger mit Worten zu tun, als man denkt. Und deutlich mehr mit dem Zustand, aus dem heraus du sprichst.




Bevor du im Außen reagierst, braucht es etwas im Inneren



Vielleicht kennst du das:

Du weißt eigentlich, was du sagen möchtest. Aber in dem Moment, in dem dich jemand anspricht oder angreift, ist alles weg.


Das liegt nicht an fehlender Intelligenz oder mangelnder Übung.


Es liegt daran, dass dein Nervensystem zuerst reagiert.


Deshalb ist es so wichtig, vor jeder Technik etwas anderes zu üben: Präsenz.


Nicht im spirituellen Sinne, sondern ganz praktisch.



Präsenz heißt, bei dir zu bleiben


Präsenz bedeutet, innerlich stehen zu bleiben, auch wenn von außen etwas kommt. Nicht sofort mitzugehen. Nicht sofort zu antworten. Nicht sofort zu erklären.


Diese innere Haltung entscheidet darüber, ob Worte tragen oder ob sie sich im Nachhinein hohl anfühlen.


Viele merken erst später:

Der Satz war vielleicht korrekt. Aber innerlich war keine Ruhe da.



Wenn du rhetorisch stark sein willst, fang hier an



Bevor du eine Antwort gibst, probier einmal Folgendes:


Spür kurz deine Füße auf dem Boden.

Atme einmal bewusst aus.

Und gib dir innerlich zwei Sekunden.


Mehr nicht.


Diese zwei Sekunden verändern viel.

Sie holen dich aus dem Reflex und zurück zu dir.


Gerade bei Neurodivergenz ist das entscheidend, weil dein System schneller reagiert als dein Denken.



Klär für dich, was du gerade brauchst


Nicht jede Situation braucht dieselbe Reaktion.

Und nicht jede Person verdient dieselbe Energie.


Frag dich innerlich, ganz ruhig:

Was fühlt sich für mich gerade stimmig an?


Manchmal ist es Klarheit.

Manchmal Kürze.

Manchmal Humor.

Manchmal gar nichts.


Es geht nicht darum, die „beste“ Antwort zu finden.

Sondern die, bei der du dich innerlich nicht verlierst.



Eine typische Situation aus dem Alltag



Vielleicht sagt jemand zu dir:

„Du kannst doch keinen Autismus haben.“

Oder:

„Für ADHS bist du aber erstaunlich ruhig.“


Solche Sätze treffen viele neurodivergente Menschen mehr, als sie nach außen zeigen.


Nicht, weil sie laut sind, sondern weil sie etwas Persönliches in Frage stellen.



Schritt 1: Nicht sofort antworten


Bevor du etwas sagst, bleib kurz still.

Nicht demonstrativ. Einfach einen Moment.


Atmen.

Spüren, wo du bist.


Allein das kann schon verhindern, dass du dich erklärst, obwohl du das eigentlich gar nicht willst.



Schritt 2: Wähle eine Antwort, die zu dir passt


Hier ein paar Möglichkeiten. Nicht als Vorlage, sondern als Orientierung.


Ruhig und sachlich

„Autismus und ADHS zeigen sich sehr unterschiedlich.“


Wenn du das sagst und innerlich ruhig bleibst, fühlt sich das oft stabil an.


Kurz und begrenzend

„Das stimmt so nicht.“


Diese Variante braucht innere Klarheit. Wenn sie da ist, kann sie sehr entlastend sein.


Locker oder humorvoll

„Das höre ich öfter.“


Gut geeignet, wenn Humor wirklich deine Art ist und nicht nur eine Schutzschicht.


Gar nicht reagieren

Ein Nicken. Ein Themenwechsel. Stille.


Das funktioniert dann gut, wenn du innerlich bei dir bleibst und nicht nachträglich grübelst.



Achte darauf, wie es sich danach anfühlt


Das ist wichtiger als jede Technik.


Fühlst du dich nach der Situation enger oder weiter?

Ruhiger oder unruhiger?


Rhetorische Stärke zeigt sich nicht im Gespräch, sondern danach.


Wenn du innerlich noch Boden hast, war deine Antwort stimmig.



Vorbereitung passiert nicht im Gespräch


Rhetorische Präsenz entsteht selten spontan.

Sie entsteht vorher.


In ruhigen Momenten.

Wenn du innerlich durchspielst, wie sich verschiedene Reaktionen anfühlen könnten.


Nicht, um Sätze auswendig zu lernen.

Sondern um deinem System vertraute Zustände anzubieten.


Das Gehirn lernt durch Wiederholung. Auch ein neurodivergentes Gehirn.



Fazit


Rhetorisch stark Neurodivergenz zu leben bedeutet nicht, immer die richtigen Worte zu haben.

Es bedeutet, dich innerlich zu positionieren, bevor du sprichst.


Wenn diese innere Haltung da ist, werden Worte einfacher. Und oft auch weniger.


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