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Neurodivergenz und begleitende körperliche Phänomene – welche Ärzte helfen können?

  • Autorenbild: Vanessa "Janna" Spies
    Vanessa "Janna" Spies
  • 18. Mai
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 19. Mai

Blog-Titelbild zum Thema neurodivergente körperliche Begleiterscheinungen und Arztbesuch. Auf einem ruhigen, warm gestalteten Schreibtisch liegen Notizbuch, Stift und eine vorbereitete Checkliste mit Symptomen, Fragen und Beobachtungen. Daneben stehen Pflanze und Tasse. Der Text fragt: „Zu welchem Arzt gehe ich? Und was sage ich beim Termin?“


Neurodivergenz betrifft nicht nur Denken, Aufmerksamkeit und soziale Kommunikation. Viele Menschen mit Autismus, ADHS oder anderen neurodivergenten Profilen berichten von körperlichen Begleiterscheinungen – zum Beispiel von Schmerzen, Kreislaufproblemen, ungewöhnlicher Beweglichkeit oder starker Erschöpfung. Wichtig ist: Diese Symptome sind real und werden in der Forschung diskutiert; sie sind nicht bei allen Betroffenen vorhanden und werden nicht direkt durch Neurodivergenz verursacht. Dennoch lohnt es sich, sie zu kennen und ernst zu nehmen.


Dieser Artikel stellt häufig genannte Begleitphänomene vor, erklärt kurz die Hintergründe und nennt die medizinischen Fachrichtungen, die bei einer Abklärung helfen können. Er basiert auf aktuellen wissenschaftlichen Quellen und ersetzt keine persönliche medizinische Beratung. Die erste Anlaufstelle sollte stets deine Hausärztin oder dein Hausarzt sein. Sie können deine Beschwerden einschätzen, erste Tests durchführen und dich gegebenenfalls an Spezialistinnen und Spezialisten überweisen.


Wichtiger Hinweis: 

Ich bin weder Ärztin noch Heilpraktikerin. Die Informationen in diesem Beitrag stammen aus eigenen Erfahrungen und gründlicher Recherche. Sie ersetzen kein fundiertes Fachwissen und keine medizinische Beratung. Bitte sprich bei gesundheitlichen Problemen immer mit qualifiziertem Fachpersonal. In diesem Artikel können Affiliate‑Links enthalten sein. Wenn du über diese Links einkaufst, unterstützt du meine Arbeit, ohne dass dir zusätzliche Kosten entstehen.


Für alle, die sich auf einen Arztbesuch vorbereiten wollen: 


1. Sensorische Besonderheiten und Interozeption


Viele neurodivergente Menschen nehmen Geräusche, Licht, Berührungen oder Gerüche intensiver, schwächer oder anders wahr. Auch die Interozeption – die Wahrnehmung von inneren Körpersignalen wie Hunger, Durst, Herzschlag oder Harndrang – kann verändert sein. Wissenschaftliche Übersichten betonen, dass sensorische und interozeptive Unterschiede zu den Kernmerkmalen des autistischen Profils zählen. Da diese Besonderheiten nicht pathologisch sind, sondern neurobiologische Unterschiede widerspiegeln, gibt es keine „Heilung“. Hausärztinnen und Neurologen können jedoch helfen, andere Ursachen auszuschließen und Strategien zur Regulierung zu finden (z. B. sensorische Hilfsmittel, ruhige Umgebungen).



2. Hypermobilität und Ehlers‑Danlos‑Syndrom (EDS)


Hypermobilität bedeutet, dass Gelenke ungewöhnlich beweglich sind. Viele Menschen können damit problemlos leben. Einige berichten jedoch über Gelenkschmerzen, Muskelverspannungen, Instabilität oder schnelle Ermüdung. Hypermobilität kann ein Hinweis auf das Ehlers‑Danlos‑Syndrom (EDS) sein – eine Gruppe von Bindegewebserkrankungen. Die Behandlung ist interdisziplinär: Orthopäd:innen kümmern sich um Gelenke, Rheumatolog:innen um Bindegewebe und Schmerzen, Dermatolog:innen um Hautprobleme und Kardiolog:innen um Herz‑Kreislauf‑Themen. Physiotherapie und Ergotherapie sind wichtige Bestandteile der Behandlung.


Um Verspannungen und Schmerzen bei Hypermobilität zu lindern, können sanfte Faszienübungen helfen. Im Zusammenhang mit meinem eigenen Faszientraining habe ich gute Erfahrungen mit den Kork‑Faszienrollen und -bällen von Backlaxx gemacht. Diese nachhaltigen Tools unterstützen die Selbstmassage, lösen Triggerpunkte und können dabei helfen, den Körper besser zu spüren. Mehr dazu findest du im separaten Faszien‑Beitrag und in der Backlaxx‑Rubrik meines Blogs.



3. Dysautonomie und POTS


Das autonome Nervensystem steuert Herzschlag, Blutdruck, Verdauung und Temperatur. Dysautonomie beschreibt eine Störung dieser Regulation. Eine besondere Form ist das posturale orthostatische Tachykardie‑Syndrom (POTS), bei dem sich der Puls beim Aufstehen stark erhöht. Betroffene berichten von Herzrasen, Schwindel, Benommenheit oder Kreislaufkollaps.


Eine Studie über die diagnostische Reise von Dysautonomie‑Patienten zeigt, dass die Diagnose am häufigsten von Kardiologinnen/Kardiologen gestellt wird (53 %), gefolgt von Neurologinnen/Neurologen (26,5 %); nur selten erfolgt die Diagnose durch Hausärztinnen oder Hausärzte. Deshalb empfiehlt es sich, bei Verdacht eine Überweisung zu diesen Fachgebieten zu verlangen.


Behandelt werden Dysautonomie und POTS je nach Ursache und Ausprägung. Oft helfen eine angepasste Flüssigkeitszufuhr, Kompressionsstrümpfe, Salztabletten, aber auch körperliche Rehabilitation. Eine gute Nährstoffversorgung spielt ebenfalls eine Rolle: Wenn du dich vegan ernährst oder bestimmte Lebensmittel nicht verträgst, könnten Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein.


Ich habe dabei gute Erfahrungen mit den Xaxx‑Produkten gemacht – besonders die basische Vitamin‑Mineralstoff‑Mischung HC‑Vital hat mir geholfen, ohne starke Nebenwirkungen meinen Energiehaushalt zu stabilisieren (diese Präparate ersetzen jedoch keine ausgewogene Ernährung und sollten in Absprache mit medizinischem Fachpersonal eingenommen werden). In meinem Erfahrungsbericht über Xaxx findest du weitere Informationen und eine Erklärung, warum ich mich für diese Marke entschieden habe.



4. Mastzell‑Aktivierungs‑Syndrom (MCAS)


Beim Mastzell‑Aktivierungs‑Syndrom (MCAS) setzen Mastzellen – Immunzellen im Körper – übermäßig Botenstoffe wie Histamin frei. Symptome können Hautrötungen, Juckreiz, Verdauungsprobleme, Herzrasen, Schwellungen, Atemnot oder Kreislaufprobleme sein. Eine kanadische Fachübersicht betont, dass immer mehr Patientinnen und Patienten mit Verdacht auf MCAS allergologische Praxen aufsuchen; sie empfiehlt einen strukturierten diagnostischen Ansatz durch Allergologinnen/Allergologen und Immunolog:innen. Bislang ist unklar, ob MCAS bei neurodivergenten Menschen häufiger auftritt.


Wichtig: Viele Symptome des MCAS ähneln Allergien oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Lass Verdacht auf MCAS medizinisch abklären. Experimente mit Histamin‑Blockern ohne Diagnostik können Risiken bergen.



5. Dyspraxie / Entwicklungs­koordinations­störung (DCD)


Dyspraxie – heute meist Entwicklungs­koordinations­störung (DCD) genannt – bezeichnet Schwierigkeiten bei der Bewegungsplanung und Feinmotorik. Betroffene wirken „ungeschickt“, stoßen häufig an, haben Probleme beim Schreiben oder Sport. Die National Health Service (NHS) empfiehlt Eltern zunächst den Besuch beim Hausarzt (GP); bei Bedarf überweist dieser an pädiatrische Fachärzte, Ergo‑/Physiotherapeut:innen oder Entwicklungspsycholog:innen. Die Diagnose wird meist gemeinsam von pädiatrischen Ärzten und Ergotherapeut:innen gestellt; manchmal sind auch Neuropädiater oder Neurolog:innen beteiligt. Für erwachsene Betroffene ist ein Neurologe oder ein auf Bewegungsstörungen spezialisierter Arzt zuständig.

Neben der medizinischen Abklärung können Alltagshelfer wie dickere Stifte, rutschfeste Unterlagen oder Stimming‑Tools die Feinmotorik unterstützen. Auf meinem Blog liste ich verschiedene Hilfsmittel, die über Amazon erhältlich sind.



6. Gastrointestinale Beschwerden


Magen‑Darm‑Probleme wie Verstopfung, Durchfall, Bauchschmerzen und Nahrungsmittelunverträglichkeiten treten laut Studien bei autistischen Menschen häufiger auf. Eine Übersichtsarbeit betont, dass Ärztinnen und Ärzte eine große Bandbreite an Symptomen kennen müssen und bei Bedarf schnell an eine/n Gastroenterologin/Gastroenterologen überweisen sollten.


Die Hausärztin kann erste Untersuchungen durchführen, zum Beispiel Stuhlproben oder Blutwerte. Bei chronischen Beschwerden prüft die Gastroenterologie, ob Reizdarm, Zöliakie, entzündliche Darmerkrankungen oder andere Ursachen vorliegen.


Auch hier können Nahrungsergänzungsmittel eine sinnvolle Ergänzung sein, wenn Nährstoffmängel vorliegen. Ich greife in solchen Fällen zu Xaxx‑Produkten, weil sie frei von künstlichen Zusätzen sind und gut vertragen werden. Trotzdem solltest du deine Ernährung so vielfältig wie möglich gestalten – eine Supplementierung ersetzt keine vollwertige Kost.



7. Schlafstörungen


Schwierigkeiten beim Ein‑ und Durchschlafen sowie ungewöhnliche Schlafrhythmen gehören zu den häufigsten Begleiterscheinungen bei Neurodivergenz. Ursachen reichen von sensorischer Überlastung über hormonelle Faktoren bis zu Begleiterkrankungen wie Schlafapnoe.


Das Autism Research Institute und die Harvard Adult Autism Resources geben als erste Schritte schlafhygienische Maßnahmen und eine strukturierte Abendroutine an. Wenn diese Maßnahmen nicht helfen, empfehlen sie, einen Termin mit der Hausärztin/dem Hausarzt zu vereinbaren; je nach Symptomatik können Neurolog:innen, Psychiater:innen oder Schlafmediziner:innen hinzugezogen werden. Bei Verdacht auf Schlafapnoe oder unruhige Beine kann eine Schlaflaboruntersuchung sinnvoll sein.


Hilfreich können auch Hilfsmittel wie Weighted Blankets (Gewichtsdecken), Schlaftees oder Geräuschmasken sein. Sie sind über Amazon erhältlich und können die Einschlafphase unterstützen – sie ersetzen keine medizinische Behandlung.



8. Fibromyalgie und chronische Schmerzen


Fibromyalgie ist ein chronisches Schmerzsyndrom mit weitverbreiteten Muskel‑ und Bindegewebsschmerzen, Schlafstörungen, Müdigkeit und kognitiven Schwierigkeiten. Neurodivergente Menschen berichten häufiger von unerklärlichen Schmerzen. Eine aktuelle Übersichtsarbeit über Myofascial Release und chronische Schmerzen weist darauf hin, dass diese Technik bei Muskel‑ und Bindegewebsbeschwerden helfen kann, betont aber, dass mehr Forschung nötig ist.


Zur Diagnose und Behandlung sollten sich Betroffene an Rheumatolog:innen wenden, die Fibromyalgie von entzündlichen Erkrankungen abgrenzen können. Hausärzt:innen, Schmerzspezialist:innen und Psychotherapeut:innen können Begleitfaktoren wie Stress und Schlafprobleme behandeln.


Faszienmassage mit einer Rolle oder einem Ball, Yoga oder sanfte Dehnungen können den Körper entlasten. Wenn du mehr über Faszienarbeit wissen möchtest, findest du auf meinem Blog einen detaillierten Artikel über Faszien und Neurodivergenz sowie eine Vorstellung der Backlaxx‑Produkte, inklusive Rabattcode für den Shop.



9. Psychische Begleitphänomene


Angststörungen, Depressionen, Zwangserkrankungen und ADHS kommen bei Autismus häufiger vor – und umgekehrt erleben viele Menschen mit ADHS angst‑ oder depressionsähnliche Symptome. Diese psychischen Begleitphänomene können stark belasten und sollten immer ernst genommen werden.


Ein erster Ansprechpartner ist der Hausarzt, der bei Bedarf an eine Psychotherapeutin/einen Psychotherapeuten oder an eine Psychiaterin/einen Psychiater überweisen kann.



Fazit

Neurodivergenz ist komplex und umfasst viel mehr als die bekannten Merkmale wie Reizverarbeitung oder Konzentration. Die hier beschriebenen Begleitphänomene verdeutlichen, dass der Körper häufig mitbeteiligt ist. Dabei ist wichtig: Diese Symptome treten nicht bei allen neurodivergenten Personen auf, und sie lassen sich nicht als „Folge“ der Neurodivergenz erklären. Eine medizinische Abklärung bleibt entscheidend.


Wenn du deine Symptome für den nächsten Arztbesuch notieren möchtest, lade dir die kostenlose Checkliste (PDF). Und wenn du nach Hilfsmitteln suchst, die dich im Alltag unterstützen – von Faszienrollen und Akupressurmatten über hochwertige Supplements bis zu praktischen Reizfiltern – findest du auf meinen Partnerseiten von Backlaxx, Xaxx und Amazon in meinem Blog geprüfte Produktempfehlungen.

Bleib neugierig, höre auf deinen Körper – und suche dir Unterstützung, wenn du sie brauchst.

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